Twin Transformation Mittelstand - Präzisionsteile GmbH
Ein mittelständischer Automotive-Zulieferer auf dem Weg in eine nachhaltige, digitale Zukunft
Blid mit Unterstützung von Midjourney erstellt.
Einführung zur 8-Schritte-Newsletter-Serie 2026
Ein Unternehmen unter Druck
Die Präzisionsteile GmbH ist ein typischer mittelständischer Automotive-Zulieferer. 1978 von Werner Stein in Franken gegründet, beschäftigt das Familienunternehmen heute 600 Mitarbeitende an drei Standorten: dem Stammwerk in Franken, einem zweiten Produktionswerk im Schwarzwald und einem dritten Werk in Tschechien nahe der deutschen Grenze. Mit einem Jahresumsatz von 150 Millionen Euro gehört Präzisionsteile zu den etablierten Tier-2-Zulieferern für hochpräzise Antriebskomponenten.
Die zweite Generation übernimmt
Heute führt die zweite Generation das Unternehmen: Dr. Sabine Stein (52), die Tochter des Gründers, verantwortet als kaufmännische Geschäftsführerin die Strategie und Finanzen. An ihrer Seite steht Thomas Bergmann (58) als technischer Geschäftsführer mit Fokus auf Produktion und Qualität. Beide vereint eine klare Vision: Bis 2030 soll der Umsatz auf 200 Millionen Euro wachsen – durch Diversifizierung in neue Märkte wie Medizintechnik und Industrieautomation.
Der steinige Weg zur Transformation
Doch der Weg dorthin ist steinig. Die Transformation zur Elektromobilität lässt das klassische Automotive-Geschäft schrumpfen. E-Autos brauchen 60 bis 70 Prozent weniger mechanische Komponenten als Verbrenner. Gleichzeitig kündigen die fünf größten Kunden – sie machen 75 Prozent des Umsatzes aus – an, dass sie schrittweise einen Product Carbon Footprint (PCF) für alle bezogenen Teile erwarten, zunächst bei ausgewählten Produktgruppen. Wer das mittelfristig nicht liefern kann, läuft Gefahr, bei Neuprojekten nicht mehr berücksichtigt zu werden. Und als wäre das nicht genug: 35 Prozent der Belegschaft sind über 55 Jahre alt, in den nächsten fünf Jahren gehen rund 140 erfahrene Fachkräfte in Rente.
Präzisionsteile steht exemplarisch für tausende mittelständische Zulieferer in Deutschland: Solide aufgestellt, aber getrieben von Kundenanforderungen, regulatorischem Druck und dem demografischen Wandel. Das Unternehmen muss sich gleichzeitig digitalisieren UND nachhaltiger werden – die klassische Twin Transformation Mittelstand.
Ein Unternehmen unter Druck
Ein Pragmatiker wird zum Transformations-Koordinator
In dieser Twin Transformation spielt Martin Krause (44) eine Schlüsselrolle, auf die er nie vorbereitet wurde. Martin ist seit 2015 bei Präzisionsteile, zunächst als IT-Leiter, seit 2021 als CIO. Er ist Maschinenbau-Ingenieur, kein Informatiker – und genau das macht ihn wertvoll. Er versteht die Produktion, spricht die Sprache der Techniker und genießt das Vertrauen sowohl der Geschäftsführung als auch der Belegschaft.
Im Januar 2026 gibt ihm Dr. Sabine Stein ein klares, aber forderndes Mandat: „Martin, Sie koordinieren die Twin Transformation. Digital und Nachhaltig – das gehört zusammen. Und die IT ist das Rückgrat. Wir wollen bis 2030 auf 200 Millionen wachsen. Aber ohne digitale Basis und Nachhaltigkeitstransparenz schaffen wir das nicht. Sie bauen uns diese Basis.“
Die Erkenntnis über Weihnachten
Martin ist kein Digital Native. Und er ist kein Nachhaltigkeits-Enthusiast. Er ist ein Pragmatiker, der gerne im Tagesgeschäft operational arbeitet – und plötzlich strategische Transformation verantworten soll. Über die Weihnachtsfeiertage hat er viel gelesen, unter anderem „Wachstum mit Wurzeln“. Die Gärtner-Metaphern haben ihn angesprochen – er selbst hat einen 120 Quadratmeter großen Gemüsegarten, in dem er mit wechselndem Erfolg Tomaten, Zucchini und Kartoffeln anbaut.
Die Erkenntnis aus dem Buch hat sich eingeprägt: Man kann nicht am Gras ziehen, damit es schneller wächst.Transformation braucht Zeit, Geduld, die richtigen Bedingungen. Und vor allem: gute Daten. Ohne Daten keine Transparenz. Ohne Transparenz kein belastbarer PCF. Ohne PCF wird es zunehmend schwerer, Ausschreibungen zu gewinnen und bestehende Kundenbeziehungen zu halten.
Die technische Realität
Seine IT-Abteilung umfasst 15 Mitarbeitende – zu wenig für das, was vor ihnen liegt. Das Budget wurde 2026 um 14 Prozent gekürzt, von 2,1 auf 1,8 Millionen Euro. Gleichzeitig soll er digitalisieren, Nachhaltigkeitsdaten erfassen, IoT-Sensoren integrieren und nebenbei das Tagesgeschäft am Laufen halten. Sein Team kämpft täglich mit einem betagten SAP ECC 6.0-System aus dem Jahr 2016, das zunehmend an seine Grenzen stößt. Die Mainstream-Wartung läuft 2027 aus, danach wird der Betrieb von Jahr zu Jahr teurer und risikoreicher. Eine Migration auf S/4HANA steht im Raum – realistisch eher in Etappen, parallel zum Tagesgeschäft und unter strikter Priorisierung.
Die kulturelle Herausforderung
Martin weiß: Die größte Herausforderung ist nicht die Technik. Es sind die Menschen. In der Produktion herrscht Skepsis: „Wieder so eine Management-Initiative. Früher war es Lean, dann Industrie 4.0, jetzt Nachhaltigkeit. Kommt eh nichts dabei raus.“ Diese kulturelle Barriere zu überwinden, wird schwerer als jede technische Integration.
Die 8-Schritte-Reise: Was Sie erwartet
Ab Februar 2026 begleiten Sie Martin Krause Monat für Monat auf seiner Twin-Transformations-Reise. In acht Newslettern erleben Sie mit, wie er die 8 Schritte der Twin Transformation durchläuft – mit allen Rückschlägen, Zweifeln und kleinen Erfolgen:
Februar – Schritt 1: Standortbestimmung
Martin führt eine systematische Bestandsaufnahme durch. Wie digital ist Präzisionsteile wirklich? Wo stehen wir bei Nachhaltigkeit? Die Ergebnisse sind ernüchternd – in manchen Bereichen schockierend. Aber nur wer seine Ausgangslage kennt, kann den richtigen Weg einschlagen.
März – Schritt 2: Integrierte Strategie
Basierend auf der Standortbestimmung entwickelt Martin mit der Geschäftsführung eine integrierte Strategie. Das Ziel: Digital und Nachhaltig nicht als getrennte Projekte, sondern als zwei Seiten derselben Medaille. Doch wie verkauft man das der Geschäftsführung bei knappem Budget?
April – Schritt 3: Organisatorische Grundlagen
Neue Rollen werden geschaffen, Verantwortlichkeiten definiert. Wer kümmert sich um ESG-Daten? Wie bindet man die Produktion ein? Die ersten Widerstände formieren sich – nicht jeder will Veränderung.
Mai – Schritt 4: Daten- und Technologiebasis
Der Aufbau einer robusten technischen Infrastruktur beginnt. IoT-Sensoren, Datenarchitektur, API-Integrationen. Martin muss Prioritäten setzen – mit zu wenig Budget und zu wenig Leuten für zu viele Baustellen.
Juni – Schritt 5: Pilotprojekte
Die ersten konkreten Projekte starten. Kleine, überschaubare Tests, die schnell Erfolge zeigen sollen – oder scheitern. Martin lernt: Nicht jede gute Idee funktioniert in der Praxis.
Juli – Schritt 6: Kulturelle Verankerung
Die Transformation muss in den Köpfen und Herzen der Mitarbeitenden ankommen. Wie überzeugt man 210 Mitarbeitende über 55, dass Veränderung kurz vor der Rente noch Sinn macht?
August – Schritt 7: Fortschritt messen
Das erste große Review. Was haben wir erreicht? Wo stehen wir bei der PCF-Anforderung? Welche Kennzahlen belegen den Fortschritt – und welche zeigen, dass noch viel zu tun ist?
September – Schritt 8: Kontinuierliche Verbesserung
Die Transformation wird zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur. Lessons Learned, Skalierung erfolgreicher Ansätze und ein ehrlicher Ausblick: Was kommt als nächstes?
Warum diese Serie?
Diese Newsletter-Serie ist keine glattgebügelte Erfolgsgeschichte. Sie verdichtet typische Erfahrungen mittelständischer Unternehmen zu einer Beispielgeschichte – mit allen Stolpersteinen, Umwegen und kleinen Erfolgen. Martin Krause ist kein Superheld, sondern ein pragmatischer Macher, der das Beste aus seiner Situation herausholt.
Für wen ist diese Serie?
Wenn Sie CIO, IT-Leiter, Geschäftsführer oder Nachhaltigkeitsverantwortlicher in einem mittelständischen Unternehmen sind, werden Sie Ihre eigene Situation in vielen Episoden wiedererkennen. Die Herausforderungen von Präzisionsteile ähneln denen vieler deutscher Zulieferer: knappes Budget, gewachsene IT-Landschaften, Fachkräftemangel, steigender Kundendruck und neue regulatorische Anforderungen.
Die gute Nachricht
Es ist machbar. Mit Geduld, der richtigen Strategie und dem Mut, auch mal zu scheitern. Wie im Garten: Man kann nicht am Gras ziehen. Aber man kann die richtigen Bedingungen schaffen, damit es wächst.
Die Transformation beginnt im Februar 2026
Begleiten Sie Martin Krause auf seiner Reise. Lernen Sie aus seinen Erfahrungen. Und vielleicht erkennen Sie: Auch Ihr Unternehmen kann diese Transformation schaffen.
Diese Einführung bildet den Auftakt zur 8-teiligen Newsletter-Serie „Twin Transformation bei Präzisionsteile GmbH“, die von Februar bis September 2026 erscheint. Alle Inhalte basieren auf realen Herausforderungen mittelständischer Automotive-Zulieferer in Deutschland.
Weiterführende Ressourcen
- Twin Transformation Werkzeugkasten – Kostenlose Tools und Downloads für alle 8 Schritte
- Twin Transformation Leitfaden bei Haufe – Vertiefende Fachartikel
- LinkedIn Januar 2026 Newsletter
Bereit, Twin Transformation in Ihrer Organisation zu verwurzeln? Als erfahrener Praktiker mit 30+ Jahren IT-Leadership bringe ich Ihre Teams vom Verstehen ins Handeln – mit Workshops, Keynotes und Begleitung, die zu Ihnen passen.
FAQ
Was ist Twin Transformation im Mittelstand?
Twin Transformation verbindet Digitalisierung und Nachhaltigkeit als integrierte Unternehmensstrategie. Statt beide Themen getrennt zu behandeln, werden sie systematisch verzahnt – besonders wichtig für mittelständische Zulieferer unter Kundendruck (PCF) und mit Legacy-Systemen.
Warum sind 8 Schritte für Twin Transformation notwendig?
Die 8 Schritte schaffen systematischen Fortschritt: von Standortbestimmung über Strategie, Organisation, Technologie und Piloten bis zu kultureller Verankerung, Messung und kontinuierlicher Verbesserung. So wird Transformation planbar statt chaotisch.
Welche Herausforderungen hat Twin Transformation im Automotive-Zuliefererbereich?
Typische Herausforderungen: Product Carbon Footprint-Anforderungen der OEMs, Legacy-IT (z.B. SAP ECC 6.0), knappes Budget, Fachkräftemangel, demografischer Wandel und kulturelle Widerstände bei langjährigen Mitarbeitenden.